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Lebensraum für Schmetterlinge am Gallberg geschaffen
Anlage_4 Schwalbenschwanz Foto G_Madsack

Lebensraum für Schmetterlinge am Gallberg geschaffen

Das südlich von Hildesheim-Himmelsthür liegende Naturschutzgebiet (NSG) „Gallberg“ ist unter Naturfreunden aufgrund seines besonderen Artenreichtums bekannt. Am vergangenen Wochenende sorgte ein Pflegeeinsatz von rund 20 naturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern für weitere Lebensräume für Schmetterlinge und viele andere Arten des blütenreichen Graslandes. Aufkommende Gebüsche wurden entfernt, so dass offene Flugplätze für licht- und wärmeliebende Schmetterlingsarten entstehen. Der Pflegeeinsatz erfolgte in Kooperation mit den Grünlandbewirtschaftern, dem Ornithologischen Verein und der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt.

„Der Erhalt der herausragenden Artenvielfalt des Gallbergs ist aber auch der Verdienst des Gymnasiums Himmelsthür: Schon seit 19 Jahren beteiligen sich Schülerinnen und Schüler im Rahmen des zum Jahresende stattfindenden traditionellen Umweltaktionstages an den Pflegeeinsätzen. Diesmal konnten die Gymnasiasten aus terminlichen Gründen leider nicht dabei sein“, erklärt Guido Madsack (Stadt Hildesheim, Naturschutz).

Der aus Muschelkalk aufgebaute Gallberg ist der letzte weitgehend offene Weideberg in Hildesheim. Das 2013 von der Stadt Hildesheim vergrößerte NSG dient dem Schutz von orchideenreichem Kalkhalbtrockenrasen, Grünland, Kalkäckern und lichten Eichenbeständen. Es bietet zahlreichen Arten Lebensraum, darunter auch mehr als 30 Tagfalterarten wie zum Beispiel Großer Perlmutterfalter, Silbergrüner Bläuling, Schwalbenschwanz und Kaisermantel. Das Gebiet ist eines der landesweit wichtigsten Refugien für die regional auch als „Sommervögel“ bezeichneten Tagfalter. In den letzten 150 Jahren gingen zahlreiche Lebensräume sowohl durch Intensivierung der Landnutzung, als auch durch Aufgabe der Beweidung und damit Verbuschung verloren, sodass in Hildesheim über ein Drittel von ehemals rund 100 Tagfalterarten ausgestorben ist.

Als Teil des EU-weiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000″ leistet der Gallberg einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung und Entwicklung des europäischen Naturerbes. Die Naturschutzmaßnahmen stellen sicher, dass die Besucherinnen und Besucher die außergewöhnliche Artenvielfalt dieser Weidelandschaft auch in Zukunft noch erleben können. Nach der Entfernung der Gebüsche übernehmen die zur Landschaftspflege eingesetzten Burenziegen und Rinder die Offenhaltung der Weideflächen des rund 58 Hektar großen Gebietes.

Weitere Informationen bieten die Broschüren „Naturerlebnispfad Gallberg“ (auch als Download unter www.hildesheim.de verfügbar) und „Schmetterlinge in Hildesheim – Fotoführer Tagfalter und Widderchen“, die bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim erhältlich sind (Telefon 05121/301-3166, g.madsack@stadt-hildesheim.de).

 

 Anlage_5 Kaisermantel Foto G_Madsack Anlage_2 Großer Perlmutterfalter Foto G_Madsack
Anlage_3 Silbergruener Blaeuling Foto G_Madsack Anlage_1 Pflegeeinsatz auf dem Gallberg Foto G_Madsack

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