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Gedenken an Zerstörung der Stadt im Zeichen der Versöhnung

Gedenken an Zerstörung der Stadt im Zeichen der Versöhnung

Am Sonnabend, 22. März, jährte sich zum 69. Mal der Tag der Zerstörung der Stadt Hildesheim. Aus diesem Anlass fanden sich zahlreiche Hildesheimerinnen und Hildesheimer auf dem Nordfriedhof ein, um gemeinsam der  Opfer vom 22. März 1945 mit einer Kranzniederlegung zu gedenken.

Unter Glockengeläut begab sich der Trauerzug um 13.10 Uhr vom Haupteingang über den Friedhof zum Mahnmal. Dort erinnerte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer an die 698 Menschen, die an diesem Schreckenstag ihr Leben verloren. „Wir gedenken ihrer Familien, ihrer Freunde und Kameraden, deren Trauer unser lebendiges Erinnerungs- und Mahnzeichen war, ist und auch zukünftig bleiben wird! Wir gedenken ferner aller Menschen, die in den weiteren Luftangriffen in den Jahren 1943, 44 und 45 in unserer Stadt traumatisiert, verletzt und gestorben sind. All jenen Menschen gehören heute unsere Gedanken, ihnen allen gilt unsere Trauer“, so Dr. Meyer.

Mit Blick auf die Gäste aus Hildesheims Partnerstadt Weston-super-Mare, Bürgermeister Keith Morris und Bürgermeisterin Jos Holder, betonte Dr. Meyer das versöhnende Element der Städtepartnerschaft als aktive Vergangenheitsbewältigung. Das konnte Councillor Keith Morris in seiner Ansprache nur bestätigen: „Ich glaube fest, dass Partnerschaften – wie die zwischen Weston und Hildesheim, die seit mehr als 30 Jahren andauert – ein Beispiel für Nationen und Gemeinschaften sind, wie man einander versteht und das jeweilige individuelle Erbe und die Lebensart achtet.“

Hildesheims Oberbürgermeister blickte auch voraus ins Jahr 2015: Dann werde die Kranzniederlegung zeitgleich mit der Eröffnung des großen Stadtjubiläums stattfinden: „Zwei bedeutende historische Ereignisse werden stark in das Blickfeld gerückt und die Entwicklung unserer Stadt in den letzten 1200 Jahren zeigen. Was in über 1000 Jahren von unzähligen Generationen erbaut wurde, zerstörten die Bomben in wenigen Minuten. Wenn wir uns dieses schreckliche Leid vor Augen führen, erkennen wir, wie wertvoll Frieden, Freiheit und Demokratie sind, Herausforderungen, die unser Handeln bestimmen sollten.“

Eine Lesung mit Superintendent Helmut Aßmann und das Schlussgebet von Stadtdechant Wolfgang Voges rundeten die Wortbeiträge der Gedenkfeier, deren musikalischen Rahmen die Chöre „Gospelvoices“ und „Waves of Harmony“ gestalteten, ab.

 

Morris_Presse

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